Irreverence - Upon These Ashes
"Irreverence" aus Italien gibt es bereits seit 1995, sind aber noch nie wirklich groß in Erscheinung getreten. Und das soll sich nun ändern, und zwar mit Noisehead Records als Label und "Sodom"-Chef Tom Angelripper als Gastsänger beim Stück "Echoes Of War" im Gepäck. Und mit deren Hilfe kam im März 2010 das dritte Album der Herren namens "Upon These Ashes" heraus. Schauen wir mal, ob den Italienern damit ein Album gelungen ist, mit dem sie sich auch mit Szene-Größen messen können.
Staubtrocken, roh, brutal, so klingen die Songs auf dem Album. Da wurde dem Werk ein wirklich guter, old schooliger Sound verpasst. Im Vordergrund stehen die, wie es im Thrash Metal nun einmal so ist, großteils schnellen Riffs und der krächzend geschriene Gesang von Sänger und Saitenschwinger Riccardo Paioro. Zusammen mit dem Schlagzeug und dem Bass, und natürlich ohne Keyboard-Schnörkel oder ähnlichem Zeug, könnte das Album auch gut Mitte oder Ende der 80er entstanden sein.
Und genau das ist wohl der große Kritikpunkt. Klar, die Musik ist richtig gut und weiß zu gefallen, besonders den Freunden thrashiger Klänge der alten Schule, aber heutzutage ist das leider nichts Neues mehr. Die Herren wollten das Rad sicherlich nicht neu erfinden, aber die Innovation fehlt dennoch. Natürlich muss das nichts Negatives sein, da ich oft lieber straighte Musik höre, als Alben mit möglichst vielen Spielereien und/oder verschiedenen und oft unpassenden Genre-Einflüssen, nur um möglichst innovativ und anders zu klingen. Ich muss jedoch, leider, objektiv bleiben und die fehlende Innovation in die Gesamtnote miteinfließen lassen.
So gebe ich dem Album noch sieben Punkte, wobei es ohne dem Innovations-Abzug eher acht gewesen wären. Den Musikern fehlt es sicherlich nicht an Ideen, Können und Spielfreude, denn das Album macht richtig Spaß und ist bisher sicher eines der besten Thrash-Alben des Jahres, wobei anzumerken ist, dass heuer noch nicht allzu viele gute Alben veröffentlicht wurden. Für das nächste Album wären ein paar richtige Hits fein, da hier kein Song Klassiker-Potential aufweist. Dennoch ist das Niveau hier durchgehend sehr hoch.
Zusammengefasst haben "Irreverence" ein überdurchschnittliches Album abgeliefert, dass Freunde von 80er Thrash sicherlich begeistern wird. Daher wünsche ich der Band noch viel Glück und freue mich auf das nächste Album!
Tracklist:
01. Not One Of Them 02. The Shepherd Dog 03. Hands Of Fate 04. The Truth Mask 05. Echoes Of War 06. Nothing On My Mind 07. Repentance Of God 08. Destructive Deviations 09. Vengeance 10. Instinct Of Death
|